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Die Leitweg-ID

Aktualisiert im August 2026

Die Leitweg-ID ist die Adresse, an die Ihre Rechnung innerhalb der öffentlichen Verwaltung zugestellt wird. Sie sieht aus wie eine Zahlenreihe mit Bindestrichen – zum Beispiel 04011000-1234-90 – und entscheidet darüber, ob Ihre Rechnung im richtigen Amt landet oder gar nicht erst angenommen wird.

Was die Leitweg-ID ist

Die öffentliche Verwaltung nimmt Rechnungen zentral entgegen: über ein Rechnungsportal oder über das Peppol-Netz. Dort kommen täglich Rechnungen für hunderte Behörden, Ämter und Einrichtungen an. Damit jede beim richtigen Empfänger landet, braucht es eine eindeutige Kennung – und das ist die Leitweg-ID. Sie ist keine Kundennummer und keine Bestellnummer, sondern eine Wegbeschreibung innerhalb der Verwaltung.

In der Rechnung steht sie an einer festen Stelle: im Feld Käuferreferenz, in der europäischen Norm als BT-10 geführt. Bei Rechnungen an öffentliche Auftraggeber ist dieses Feld Pflicht, und genau dort erwartet das Portal die Leitweg-ID. Steht sie woanders – etwa in der Bestellreferenz oder im Freitext –, findet der Empfänger sie nicht.

Eine Besonderheit macht die Leitweg-ID angenehm im Umgang: Sie trägt eine Prüfziffer. Tippfehler fallen deshalb sofort auf, ohne dass jemand in einem Verzeichnis nachschlagen muss – nach demselben Prinzip, nach dem auch eine IBAN geprüft wird.

Der Aufbau: drei Teile, zwei Bindestriche

TeilIm BeispielRegeln
Grobadressierung040110002 bis 12 Ziffern. Bezeichnet die zuständige Ebene und Stelle; bei Ländern und Kommunen ist sie meist aus dem amtlichen Gemeindeschlüssel abgeleitet, Bundesbehörden nutzen eigene Nummernkreise.
Feinadressierung (optional)1234Bis zu 30 Zeichen, Ziffern und Buchstaben. Führt innerhalb der Behörde weiter, etwa zu einem Amt, Referat oder einer Kostenstelle. Darf ganz fehlen.
Prüfziffer90Zwei Ziffern, berechnet nach ISO 7064 MOD 97-10 über alles, was davor steht. Sie wird nicht vergeben, sondern gerechnet.

Zusammengesetzt ergibt das Grobadressierung – Feinadressierung – Prüfziffer, im Beispiel also 04011000-1234-90. Ohne Feinadressierung sind es nur zwei Teile: Zur selben Grobadressierung 04011000 gehört dann die Prüfziffer 45, die vollständige ID lautet 04011000-45. Die Prüfziffer gehört immer zu genau dem, was vor ihr steht – Sie können also nicht die Feinadressierung ändern und die alte Prüfziffer behalten.

Probieren Sie es aus: Geben Sie eine Leitweg-ID ein, und die Struktur sowie die Prüfziffer werden direkt in Ihrem Browser nachgerechnet.

Leitweg-ID prüfen

Struktur und Prüfziffer werden direkt in Ihrem Browser berechnet – die Eingabe verlässt Ihr Gerät nicht.

Woher Sie die richtige Leitweg-ID bekommen

Erfinden lässt sich eine Leitweg-ID nicht – sie kommt immer vom Auftraggeber. Diese Wege führen zum Ziel:

  • Aus den Vergabe- oder Vertragsunterlagen. Bei Ausschreibungen steht die Leitweg-ID meist schon in den Unterlagen oder im Zuschlagsschreiben.
  • Aus der Bestellung. Öffentliche Auftraggeber geben sie in der Regel zusammen mit der Bestellnummer an.
  • Bei Ihrer Ansprechperson nachfragen. Der zuverlässigste Weg. Fragen Sie ausdrücklich nach der Leitweg-ID – nicht nach der Kundennummer.
  • Über das Rechnungsportal. Bund und Länder betreiben zentrale Eingangsplattformen, die zum Teil eigene Verzeichnisse und Hilfeseiten anbieten.

Bewahren Sie die ID zusammen mit den Stammdaten des Auftraggebers auf. Sie ändert sich selten, wird aber bei jeder Rechnung wieder gebraucht – und ein Tippfehler kostet Sie eine komplette Rechnungsrunde.

Die häufigsten Fehler

  • Im falschen Feld. Die Leitweg-ID gehört in die Käuferreferenz (BT-10), nicht in die Bestellreferenz und nicht in den Rechnungstext.
  • Leerzeichen und Bindestriche. Kopiert man die ID aus einer E-Mail, rutscht gern ein Leerzeichen mit hinein oder ein Bindestrich wird zum Gedankenstrich. Beides macht die ID ungültig.
  • Verwechslung mit anderen Nummern. Kreditoren-, Lieferanten- und Kundennummern sehen ähnlich aus, führen aber nirgendwohin.
  • Prüfziffer selbst ausgedacht. Die letzten beiden Ziffern sind das Ergebnis einer Rechnung. Wer die Feinadressierung anpasst, braucht eine neue Prüfziffer.
  • Veraltete ID. Nach Umstrukturierungen in der Verwaltung können sich Leitweg-IDs ändern. Kommt eine Rechnung zurück, lohnt die Nachfrage.

Ob Ihre fertige Rechnung die Leitweg-ID an der richtigen Stelle trägt, sehen Sie im Viewer von Klarfaktur: Er zeigt die Käuferreferenz an und prüft sie mit. Wie das Feld in die Rechnung kommt, erklärt der Ratgeber Was ist eine XRechnung?

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Rechnung mit Leitweg-ID prüfen

Häufige Fragen

Nicht ganz. Die Käuferreferenz ist das Feld – in der Norm EN 16931 das Element BT-10. Die Leitweg-ID ist der Inhalt, den öffentliche Auftraggeber in dieses Feld verlangen. Im B2G-Geschäft fallen beide praktisch zusammen; zwischen Unternehmen kann in der Käuferreferenz auch etwas anderes stehen, etwa eine Bestell- oder Kostenstellenangabe des Kunden.

Nein. Die Leitweg-ID ist ein Adressierungsmerkmal der öffentlichen Verwaltung. Rechnungen an andere Unternehmen kommen ohne sie aus. Manche Kunden wünschen sich in der Käuferreferenz trotzdem eine Angabe, etwa eine Kostenstelle – das ist dann eine Absprache, keine Vorschrift.

Nach ISO 7064 MOD 97-10, demselben Verfahren wie bei der IBAN. Grobadressierung und Feinadressierung werden zu einer Zeichenkette zusammengesetzt, Buchstaben in Zahlen umgewandelt und der Rest bei Division durch 97 bestimmt. Daraus ergeben sich die beiden Prüfziffern. Der Rechner auf dieser Seite macht genau das – lokal in Ihrem Browser.

Im günstigen Fall weist das Rechnungsportal die Rechnung sofort ab, mit einer Fehlermeldung an Sie. Im ungünstigen Fall landet sie in der falschen Stelle und bleibt liegen. In beiden Fällen ist die Rechnung nicht zugestellt und wird nicht bezahlt – prüfen Sie die ID deshalb, bevor die Rechnung hinausgeht.